BUNTE STEINE I.7

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BUNTE STEINE I.7

Elias Franziskus Grüner

BUNTE STEINE I.7

2024

Bergkristall, Apatit, Fuchsia, Turmalin, Amethyst, Jaspis, Thulit, Erde und Hautleim auf Leinwand

H 190 x B 120 cm

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In BUNTE STEINE I.7 öffnet Elias Franziskus Grüner einen stillen, beinahe meditativen Blick auf eine verdichtete Materialoberfläche. Die unterschiedlichen Körnungen und Farbtöne liegen wie sedimentierte Schichten nebeneinander — ein Feld aus warmen, erdigen Nuancen, das sich zum Zentrum hin aufhellt und eine subtile innere Bewegung erzeugt.

Die Übergänge wirken wie Spuren eines Prozesses, der sich über Zeit und Berührung eingeschrieben hat. Nichts erscheint zufällig abgelegt; vielmehr entsteht der Eindruck eines tastenden Ordnens, eines Verschiebens und Verdichtens, das die Materialität selbst zu einem körperlichen Ereignis werden lässt. Grüner schafft hier keinen erzählerischen Raum, sondern einen Zustand — einen Ort, an dem Oberfläche und Tiefe miteinander korrespondieren und eine leise, poetische Präsenz entfalten.

Das Werk ist Teil der Serie BUNTE STEINE, in der Grüner unterschiedliche Materialfelder untersucht und in atmosphärische, stille Bildräume überführt. Als Galerie freuen wir uns, diese Serie erstmals in ihrer Gesamtheit präsentieren zu dürfen.

Wirkung: ruhig, materiell, introspektiv, atmosphärisch
subtile Materialstudien, stille Präsenz und Werke mit poetischer Körperlichkeit

Elias Franziskus Grüner

Elias Franziskus Grüner ist ein junger zeitgenössischer Künstler aus Wien, dessen Praxis sich zwischen bildender Kunst, Video und publizistischen Formaten bewegt.


„Das Wehen der Luft, das Rieseln des Wassers, das Wachsen der Getreide, das Wogen des Meeres, das Grünen der Erde, das Glänzen des Himmels, das Schimmern der Gestirne halte ich für groß: das prächtig einherziehende Gewitter, den Blitz, welcher Häuser spaltet, den Sturm, der die Brandung treibt, den feuerspeienden Berg, das Erdbeben, welches Länder verschüttet, halte ich nicht für größer als obige Erscheinungen, ja ich halte sie für kleiner, weil sie nur Wirkungen viel höherer Gesetze sind“ (Stifter, 1994).


Die Serie „BUNTE STEINE“ ist dem Autor und Maler Adalbert Stifter gewidmet. Das erste Triptychon dieser Serie: “BUNTE STEINE. SCHICHT. SCHICHT. SCHICHT. HIMMELSSÄULE I, II und III” (hängend im SERVUS Restaurant, 1010 Wien), wurde allein aus den Gesteinen erschaffen, welche die Titel der Erzählungen in „Bunte Steine“ von Adalbert Stifter prägen: Granit, Kalkstein, Turmalin, Bergkristall, Katzensilber und Bergmilch. Die weitere Ausarbeitung dieser Serie beschränken sich nicht allein auf diese Mineralien, sondern erfreuen sich an der Mannigfaltigkeit der Natur. Alle verwendeten Materialien, werden in einem Messingmörser, in endlosen Hieben zu Pigmenten geschlagen, mit welchen im folgenden, die Bilder entstehen. Als Bindemittel greife ich auf den ältesten Leim der Menschheitsgeschichte zurück: den Hautleim.

Nun möchte ich, auf die in der Vorrede, des oben genannten Bandes, aufkommenden Thematiken: das Große und das Kleine, zurückkommen. Sie sind, aus meiner Sicht der Dinge, der Trieb und Ausgangspunkt der Kunst selbst. Es ist dem Künstler ein Anliegen, sich selbst mitsamt seiner Umgebung, durch seine künstlerische Ausschöpfung, hinweg von dem Kleinen, hin zu dem Großen zu führen.
Denn: der Blitz, das Gewitter oder das Erdbeben reißen allein den Blick des “[…] Unkundigen und Unaufmerksamen mehr an sich, während der Geisteszug des Forschers vorzüglich auf das Ganze und Allgemeine geht und nur in ihm allein Großartigkeit zu erkennen vermag, weil es allein das Welterhaltende ist. Die Einzelheiten gehen vorüber, und ihre Wirkungen sind nach kurzem kaum noch erkennbar” (Stifter, 1994).

Alle Erscheinungen, welche vorübergehen, d.h. alles Wahrnehmbare, alles, was Form ist, stellt das Kleine dar. Das Große, das Bewusstsein, welches unter den Schichten dieser kommenden und gehenden Kleinigkeiten liegt, ist jenes, zu welchem wir streben, jenes, dass uns schlussendlich befriedigt, dieses, was wir in Wahrheit sind. Dies wahrhaftig und allumfassend zu sehen und zu leben, ist für mich das höchste Gut. Nichts kommt an die Erfülltheit dessen; nichts kann diese Erfülltheit mehr nehmen.

- Elias Franziskus Grüner, 2023

Österreich

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