Untitled 26-RA0004

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Untitled 26-RA0004

Motu Christian Steyrl

Untitled 26-RA0004

2026

Kugelschreiber, Wachskreide auf Papier

H 29,7 x B 21 cm A4

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Untitled 26‑RA0004 verbindet zwei Ebenen: eine frei gesetzte, dichte Bewegung aus blauen Linien und eine präzise, geometrische Setzung, die sich darüberlegt. Die offenen Schleifen erzeugen ein organisches Feld, das sich über die Fläche ausbreitet — ein Rhythmus, der intuitiv wirkt und dennoch kontrolliert bleibt. Die Linien überlagern sich, verdichten sich, lösen sich wieder auf. Es entsteht ein visuelles Atmen.

Über diesem Gestus liegt ein schmaler, dunkel gesetzter Rahmen, leicht gekippt, bewusst nicht zentriert. Er wirkt wie ein Eingriff, ein Moment der Ordnung, der die freie Bewegung nicht begrenzt, sondern kommentiert. Die Spannung zwischen spontaner Linie und klarer Geometrie bildet den Kern des Werks: ein Dialog zwischen Impuls und Struktur.

Das Bild bleibt offen, ruhig, konzentriert. Es zeigt die Fähigkeit des Künstlers, aus minimalen Mitteln eine präzise, vielschichtige Wirkung zu erzeugen — ein Werk, das durch seine Zurückhaltung Präsenz gewinnt.

Motu Christian Steyrl

Motu Christian Steyrl ist ein österreichischer Konzeptkünstler, dessen Werk seit den frühen 2000er‑Jahren eine eigenständige, experimentelle Position innerhalb der zeitgenössischen Kunst markiert. Unter dem Künstlernamen Motu entwickelt er ein vielschichtiges Œuvre, das Malerei, Skulptur, Installation, Video, Performance und architektonische Interventionen umfasst. Seine Projekte kreisen um Transformation, Spurensuche, Eingriff und das Sichtbarmachen verborgener Strukturen – häufig mit einer prägnanten, fast archäologischen Bildsprache.

Besonders bekannt ist seine fortlaufende Serie „motu is digging your world“, in der das Motiv des Grabens, Öffnens und Freilegens als künstlerische Handlung ins Zentrum rückt. Parallel dazu entstehen umfangreiche Werkgruppen wie „motuland“, „the achromatic tracks“, „gebiete“ oder zahlreiche konzeptuelle Maschinen, Readymades und Mixed‑Media‑Arbeiten. Motus Projekte bewegen sich zwischen poetischer Abstraktion und präziser konzeptueller Setzung; sie verbinden physische Aktion mit gedanklicher Kartografie.

Seit den 2000er‑Jahren präsentiert Motu seine Arbeiten in vielfältigen Formaten – von Ausstellungen über Aktionen bis hin zu ortsspezifischen Installationen. Sein Werk zeichnet sich durch eine konsequente Weiterentwicklung zentraler Themen aus: Raum, Materialität, Prozess und die Frage, wie Kunst Eingriffe in Wahrnehmung und Umwelt erzeugt.

Österreich

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